Aktuelles aus der ACK BW

  

Ökumenische Zusammenarbeit mit Leidenschaft

Langjähriger ACK-Geschäftsführer geht in den Ruhestand.
Albrecht Haizmann, der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Baden-Württemberg, geht am 1. August in den Ruhestand. Der 66jährige Haizmann ist promovierter Pfarrer der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und Privatdozent an der Evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Tübingen. Fast zwei Jahrzehnte lang hat er die ACK-Geschäftsstelle in Stuttgart geleitet, alle Tätigkeiten der ACK-BW koordiniert und im ganzen Bundesland ökumenische Zusammenarbeit auf den Weg gebracht.
Acht der heute sechsundzwanzig Mitgliedskirchen der ACK-BW kamen in seiner Zeit dazu. Etwa dreißig der gegenwärtig hundert Orts-ACKs in Baden-Württemberg wurden in diesem Zeitraum gegründet – nach den Grundregeln der ACK: „Wenn wir unsere Augen weit genug öffnen, sehen wir, dass wir mehr als zwei Kirchen sind. Und wenn wir mehr als zwei Gemeinden sind, können wir eine lokale ACK gründen“.
 
Eine breite ökumenische Zusammenarbeit sei nur möglich, so Haizmann, auf einer klar umrissenen und zugespitzten Grundlage: Die Basis-Formel des ÖRK besagt schlicht, dass wir an Jesus Christus als Heiland der Welt und Herr der Kirche glauben – und seiner Berufung zu folgen trachten, zur Ehre Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Wenn wir uns dazu bekennen, wird unsere Beziehung zu den anderen Glaubenden bestimmt durch die Beziehung zu Christus. Geistliche und theologische Grundlegung sind die Basis ökumenischer Zusammenarbeit. Gemein­sames Hören auf Gottes Wort und gemeinsames Beten sind ihr Zentrum – und der Quellort, zu dem sie immer wieder zurückkehrt.
 
Seit 2022 ist die ACK-BW ein gemeinnütziger eingetragener Verein. 2023 konnte sie ihr 50-jähriges Jubiläum feiern. Als einzige regionale ACK hat die ACK-BW nicht nur eine Mitgliederversammlung und einen Vorstand, sondern auch vier ständige Kommissionen und vier Fachgruppen. Sie tagen regelmäßig, greifen wichtige Fragen oder aktuelle Probleme auf und behandeln sie in multilateral ökumenischer Zusammenarbeit. So können sie Veranstaltungen vorbereiten oder Publikationen erarbeiten zu Themen, die für alle Mitgliedskirchen wichtig sind.
 
In den letzten zwanzig Jahren erschienen mehr als dreißig ökumenische Handreichungen, Orientierungshilfen und Stellungnahmen. Außerdem – in Millionen-Auflage – jährlich das beliebte Ökumenische Hausgebet im Advent. Zu den Bestsellern gehören die mehrfach aktualisierte Broschüre „Krankheit, Leiden, Sterben, Tod“ und das 2016 neu aufgelegte „Ökumenische Liederbuch zur Bestattung.
 
Besonders froh ist Albrecht Haizmann, dass die ACK-BW wesentlich mitgewirkt hat an der Einführung und Etablierung des Ökumenischen Tags der Schöpfung in Deutschland. Schon um die Jahrtausendwende gab es in Baden-Württemberg Schöpfungstage, seit 2011 hat die ACK-BW regelmäßig auf allen (Landes-)Gartenschauen Ökumenische Schöpfungstage veranstaltet. Und das hat im ganzen Bundesland Nachahmung gefunden.
 
Stolz ist er auch darauf, dass er in Zusammenarbeit mit der ACK Deutschland wesentlich an der Einführung eines einheitlichen bundesweiten Erscheinungsbildes (Corporate Identity) und gemeinsamen Logos mitgewirkt hat.
 
Am glücklichsten ist er darüber, dass er von Anfang seiner Tätigkeit an aktiv beteiligt sein konnte beim Prozess der Annäherung der Neuapostolischen Kirche an die Ökumene, die Schritt für Schritt zur Aufnahme in die ACK auf allen Ebenen und in sämtlichen Regionen geführt hat – und seither den Beteiligten beglückende ökumenische Erfahrungen beschert. Der Weg der Neuapostolischen Kirche zur Ökumene hin und der Prozess ihrer Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, bei dem die ACK in Baden-Württemberg eine wesentliche Rolle spielte, ist ein überzeugendes Beispiel dafür, dass durch die Aufnahme von Kontakt und den Aufbau von Beziehungen eine gegenseitige Öffnung und Anerkennung vollzogen werden kann, die ökumenische Zusammenarbeit möglich macht und stärkt.
 
Ein besonderer Schwerpunkt der ökumenischen Arbeit in Baden-Württemberg ist der Gesprächsprozess mit den neuen christlichen Bewegungen, jungen Kirchen und unabhängigen Gemeinden, der seit vielen Jahren in Gestalt eines jährlichen Ökumenischen Forums in Bad Urach vorangetrieben wird und 2025 eine bedeutende Publikation hervorbrachte.
Ebenfalls einmalig ist das Christlich-Muslimische Theologische Gesprächsforum, das seit 15 Jahren zweimal jährlich abwechselnd in christlicher und muslimischer Gastgeberschaft stattfindet – und aus dem 2016 ein „Gemeinsames Wort zum Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit“ hervorging.
 
Schließlich freut sich Haizmann, dass es in den letzten Jahren gelungen ist, aus verschiedenen Mitgliedskirchen eine Gruppe von „Jungen ACKtiven“ zu gewinnen, die an allen Aktivitäten der ACK-BW teilnehmen und sie enorm bereichern. „Wo die Jungen nicht nur als Zukunft der Ökumene betrachtet, sondern als ihre Gegenwart erlebt werden, da spürt man, dass die Ökumene wirklich Zukunft hat“.
 
Er dankt den Delegierten und Kommissionsmitgliedern für viele Jahre der vertrauensvollen und fruchtbaren Zusammenarbeit. Die ökumenische Arbeit – an so vielen verschiedenen Themen – in der ACK-BW habe ihn gleichermaßen gefordert und gefördert, also im besten Sinn erbaut. Der Rückblick erfülle ihn mit großer Dankbarkeit für diese inhaltliche Arbeitsgemeinschaft und die persönlichen Weggemeinschaften. 
 
In all den Jahren wurden von der ACK-BW auch manch große Themen und Ereignisse ökumenisch begangen und begleitet: Das Reformationsjubiläum, das Täufer-Gedenken, Ökumenische Kirchentage, der Katholikentag in Stuttgart, die ÖRK-Vollversammlung in Karlsruhe …und auf ganz eigene Weise: Corona. Unvergesslich bleiben natürlich die ökumenischen Studienreisen der ACK-BW ins Heilige Land, nach Genf, Rom, Istanbul, Armenien und Kreta …
 
Albrecht Haizmanns offizielle Verabschiedung findet im Rahmen der ACK-Jahrestagung im Oktober in Stuttgart-Hohenheim statt.
 
Die vollständige Pressemeldung als PDF:
  

Orthodoxe Gemeinden russischer Tradition in die ACK Baden-Württemberg aufgenommen. 

Bei ihrer 106. Mitgliederversammlung Ende März in Baden-Baden Lichtental hat die ACK-BW beschlossen, die Orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in die Vollmitgliedschaft aufzunehmen.
 
Erzpriester Michael Buk aus Balingen stellte sich selbst und seine Kirche vor. Neben der Russisch-orthodoxen Auslandskirche gibt es noch eine auf die Zeit nach der Oktoberrevolution (1921) zurückgehende, weitgehend autonome russisch-orthodoxe Exils-Kirche mit Sitz (des Erzbischofs) in Paris. Im 20. Jahrhundert erlangte sie eine für die Orthodoxie überragende theologische Bedeutung. Sie hat in Westeuropa, v.a. Frankreich, etwa 100 Gemeinden, 13 davon in Deutschland, 5 in Baden-Württemberg mit Gottesdienst in deutscher Sprache. 
 
Nach ursprünglicher Verbindung mit dem Ökumenischen Patriarchat, hat sich die Kirche mit dem Ende der Sowjet­union im Zuge der Öffnung Russlands dem Moskauer Patriarchat unterstellt (2019) – was damals plausibel erschien, aus heutiger Sicht jedoch Fragen provoziert.
 
Pfarrer Buk betonte zum einen, dass die Bindung an Moskau kanonischer, nicht jedoch politischer Natur sei. Der Erzbischof habe sich dazu deutlich geäußert. Zum anderen habe die politische und kirchenpolitische Lage keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Gemeinden, die selbstverständlich viele ukrainische Menschen aufgenommen haben und aufnehmen.
  

NEU: Revidierte Ausgabe der Charta Oecumenica 2025

Die „Leitlinien für die wachsende Zusammenarbeit zwischen den Kirchen in Europa“, die sogenannte Charta Oecumenica von 2001, wurde am 5. November 2025 in einer aktualisierten Fassung von Erzbischof Nikitas von Thyateira und Großbritannien, Präsident der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und Erzbischof Gintara Grusas von Vilnius, Präsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenz (CCEE) in Rom unterzeichnet. Zeitgleich veröffentlicht die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) die deutsche Übersetzung des Textes.
  

Nein zum Hass! Ja zur Liebe!

 
Erklärung zum Herunterladen als PDF:
  
Seit 2024 bilden wir eine Gruppe von Jungen ACKtiven aus allen unseren Mitgliedskirchen. Sie haben die Möglichkeit an allen Angeboten teilzunehmen und in allen Gremien und Kommissionen mitzuarbeiten. Darüber hinaus gibt es exklusive Angebote für die Jungen ACKtiven. Außerdem vernetzen und treffen Sie sich auch untereinander. Die Jungen ACKtiven sind eine große Bereicherung für unsere Zusammenarbeit und profitieren auch selbst von der Arbeitsgemeinschaft mit den Älteren. 
 
Am 21.Juli haben unsere Jungen ACKtiven bei einer Exkursion nach Stuttgart sich in der ACK-Geschäftsstelle in Degerloch getroffen, anschließend das Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum der NAK besucht. Danach ging es zum Hauptbahnhof zu einer beeindruckenden Führung durch die Baustelle von Stuttgart 21. Den Abschluss bildete ein gemeinsamens Essen beim Italiener. 
 
Bei Delegierten-Versammlungen und Jahres-Tagungen sind die Möglichkeiten der Teilnahme und Mitwirkung besonders attraktiv, sondern auch die Gelegenheit, sich als Gruppe zu vernetzen und zu formieren.
  

Evangelische Täufergemeinden (ETG) 
als Vollmitglied aufgenommen

In ihrer 104. Mitgliederversammlung am 3. April in Karlsruhe-Thomashof hat die ACK in Baden-Württemberg den Bund Evangelischer Täufergemeinden (mit Sitz in Wüstenrot-Neuhütten) als Vollmitglied aufgenommen. Nach acht Jahren der beratenden Mitwirkung (seit 2017) war ein herzliches Vertrauensverhältnis gewachsen, so dass die ETG-Gemeinden geschlossen hinter dem Antrag standen und auch das Votum in der ACK-Mitgliederversammlung einstimmig ausfiel. 
 
Im Bild (v.l.n.r.):
Der 1. Vorsitzende des Bundes ETG, Pastor Dieter Trefz,
Dekan Dr. Nicolae Gilla (stellv. Vors. der ACK-BW),
Heike Friedrich (Vorsitzende der ACK-BW),
Prof. Dr. Ulrich Heckel (stellv. Vors. der ACK-BW),
Dr. Verena Hammes (Geschäftsführerin der ACK Deutschland),
PD Pfr. Dr. Albrecht Haizmann (Geschäftsführer der ACK-BW)
  

PRESSEMITTEILUNG

27. September 2024

Erstmals eine Frau an der Spitze 

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Baden-Württemberg wählt neuen Vorstand und nimmt einstimmig die Neuapostolische Kirche (NAK-Süd) als Vollmitglied auf.
Stuttgart / Reutlingen. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Baden-Württemberg hat bei ihrer 103. Mitgliederversammlung am Donnerstag, 26. September, in Reutlingen einen neuen Vorstand gewählt.
 
Neue Vorsitzende ist Heike Friedrich, Schulleiterin der Fachschule für Sozialpädagogik in Karlsruhe. Die langjährige Delegierte der Evangelisch-methodistischen Kirche gehörte bereits seit 2021 dem ACK-Vorstand an. Damit steht nun erstmals eine Frau an der Spitze der ACK in Baden-Württemberg. Zugleich erstmals eine ehrenamtliche Vertreterin ihrer Mitgliedskirche. Heike Friedrich folgt als ACK-Vorsitzende auf den griechisch-orthodoxen Erzpriester Dimitrios Katsanos, der zusammen mit Domkapitular Dr. Heinz Detlef Stäps (Diözese Rottenburg-Stuttgart) nach sechs Jahren aus dem Vorstand ausscheidet.
 
Neu in den ACK-Vorstand gewählt wurden außerdem Dekan Dr. Nicolae Gilla (Rumänisch-orthodoxe Kirche) und Philipp Koch (Erzdiözese Freiburg). Weiterhin gehört Oberkirchenrat i.R. Prof. Dr. Ulrich Heckel (Evangelische Landeskirche in Württemberg) dem vierköpfigen Gremium an.
 
Am selben Tag wurde mit einstimmigem Beschluss die Neuapostolische Kirche (NAK-Süd) als Vollmitglied aufgenommen, nachdem sie der ACK-BW schon seit 2017 in beratender Mitwirkung angehörte. Die Annäherung der NAK an die Ökumene und ihre Aufnahme in die ACK wurde – auch deutschlandweit – in den letzten 20 Jahren maßgeblich von der ACK-BW vorangetrieben.
 
Die ACK in Baden-Württemberg bearbeitet für ihre 26 Mitgliedskirchen und deren Gemeinden im ganzen Land grundlegende und aktuelle, auch schwierige Themen – in Beratungen, Veranstaltungen und Publikationen. Sie greift kirchliche und gesellschaftliche Fragen auf, diskutiert sie und gibt aus ökumenischer Sicht dazu Orientierung. Auch zum interreligiösen Dialog leistet sie wesentliche Beiträge.
 
„Gewagtes Christsein“ thematisiert die Jahrestagung der ACK-BW am 18. und 19. Oktober 2024 in Freiburg zur „Aktualität der Täuferbewegung“, die vor 500 Jahren als radikale christliche Reform entstand.
 
Weitere Informationen unter www.ack-bw.de .
 
Pressemitteilung zum Herunterladen als PDF: